Persönliche Auswahl · Comedy
Unsere Comedy-Lieblinge: fünf Menschen, die wir wirklich gerne live sehen
Wir machen es kurz: Das hier ist keine Bestenliste. Wir haben keine Punkte vergeben, keine Jury einberufen und auch keinen Algorithmus gefragt.
Das sind einfach fünf Comedians, die wir richtig gut finden: Till Reiners, Moritz Neumeier, Torsten Sträter, Nikita Miller und Ana Lucía. Weil sie klug sind, weil sie eine eigene Haltung haben und weil bei ihnen nach dem schnellen Lacher oft noch ein Gedanke hängen bleibt.
Sehr subjektiv also. Vollkommen unabhängig. Und garantiert ohne bezahlte Platzierung.
Vorweg
Keine Rangliste. Wirklich nicht.
Comedy ist Geschmackssache. Zum Glück – sonst würden schließlich alle über dieselben fünf Witze lachen.
Unsere Auswahl folgt deshalb keinem Ranking und keiner bezahlten Kooperation. Wir haben einfach überlegt: Bei wem hören wir genauer hin? Wen würden wir selbst gerne live sehen? Und bei wem denken wir auf dem Heimweg vielleicht noch über einen Satz nach?
Kleine Transparenz am Rande: Einige Links führen zu externen Ticketshops. Wenn dort ein Ticket gekauft wird, können wir eine kleine Provision erhalten. Auf die Auswahl hier hat das keinen Einfluss.
Fünf Favorit:innen
Fünf Leute. Fünf komplett unterschiedliche Arten, lustig zu sein.
Sie haben weder denselben Stil noch dieselben Themen. Was sie verbindet: Man erkennt ziemlich schnell, wer da gerade spricht. Und das ist bei Comedy schon eine ganze Menge wert.
Politisch, präzise und herrlich trocken
Till Reiners
Till Reiners kann politische und gesellschaftliche Themen auseinandernehmen, ohne dass man sich plötzlich in einem Seminar wiederfindet. Besonders gut gefällt uns, dass er dabei nicht so tut, als stünde er selbst über den Dingen. Die eigene Haltung bekommt genauso ihr Fett weg wie der Rest der Welt.
Seine Pointen kündigen sich selten mit Warnblinker an. Sie kommen eher beiläufig um die Ecke – und sitzen dann ziemlich genau.
Der Titel Das ist alles Teil der Show klingt deshalb fast wie eine kleine Gebrauchsanweisung für den Abend: beobachten, abschweifen, zuspitzen und zwischendurch so tun, als wäre das alles völlig harmlos.
Unbequem, schnell und ziemlich radikal ehrlich
Moritz Neumeier
Bei Moritz Neumeier mögen wir besonders, dass er nicht aufhört, sobald ein Thema unangenehm wird. Im Gegenteil: Meistens fängt es für ihn dann erst richtig an.
Er spricht über Politik, Privilegien, Familie und das eigene Scheitern – persönlich, laut, gelegentlich wütend und sehr komisch. Dabei nimmt er sich selbst genauso wenig aus wie alle anderen.
Und weil ein festes Programm offenbar noch nicht genug Risiko ist, improvisiert er nebenbei auch schon mal eine komplette Stunde Stand-up. Kann man machen. Wenn man Moritz Neumeier ist.
Große Geschichten, perfektes Timing und sehr schöne Umwege
Torsten Sträter
Torsten Sträter kann mit einer Geschichte irgendwo im Baumarkt anfangen, zwischendurch über Filme, das Ruhrgebiet und eine seltsame Alltagserfahrung sprechen – und am Ende tatsächlich wieder beim Baumarkt ankommen.
Wir mögen seine Sprache, seine Ruhe und dieses unaufgeregte Timing. Bei ihm muss niemand hektisch von Pointe zu Pointe rennen. Er nimmt lieber den Umweg. Der ist meistens ohnehin interessanter.
Die Zyklopen von Saint-Tropez ist dafür schon als Titel ein ziemlich gutes Beispiel. Wir wissen nicht genau, wohin das führen soll. Aber wir würden mitgehen.
Geschichtenerzähler mit Hang zu den großen Fragen
Nikita Miller
Nikita Miller erzählt nicht einfach einen Witz nach dem anderen. Er baut Geschichten, spielt Figuren und verbindet Familienerinnerungen, Herkunft und Identität mit Fragen, die eigentlich ein bisschen zu groß für einen Comedyabend sind.
Zum Beispiel: Haben wir einen freien Willen? Wie sehr werden wir von Familie, Glauben und Herkunft geprägt? Und kann ein Mensch sich selbst jemals vollständig verstehen?
Klingt erst einmal nach Philosophie-Grundkurs. Fühlt sich bei Nikita Miller aber überhaupt nicht danach an. Und genau das ist vermutlich die Kunst.
Scharfsinnig, selbstironisch und angenehm orientierungslos
Ana Lucía
Ana Lucía macht sich Sorgen. Um Feminismus, Deutschland, ihre Bildschirmzeit, ihre Ernährung, die Zukunft und ihren Hormonhaushalt. Also um die ganz normalen Kleinigkeiten, die man nachts um halb zwei kurz vor dem Einschlafen noch einmal gründlich durchdenken kann.
In ihrem ersten Soloprogramm Gewinner stellt sie die entscheidende Frage: Wie kann man hier eigentlich gewinnen? Kann überhaupt noch jemand gewinnen? Und will man das am Ende wirklich?
Wir mögen ihren politischen Blick, ihre Selbstironie und die Tatsache, dass sie nicht so tut, als hätte sie auf alles schon eine fertige Antwort. Hat schließlich kaum jemand. Manche machen daraus nur die besseren Witze.
Was sie verbindet
Man erkennt sie nach wenigen Sätzen.
Unsere fünf Favorit:innen sind sehr unterschiedlich. Die einen erzählen lange Geschichten, die anderen schießen ihre Pointen schneller ab. Manche werden politisch, andere persönlich – meistens wird es ohnehin beides.
Was sie verbindet? Sie haben einen eigenen Blick auf die Welt. Sie dürfen widersprüchlich sein, Umwege nehmen und auch mal einen Witz machen, den nicht alle gut finden.
Gute Comedy muss schließlich nicht jedem gefallen. Sie sollte nur nicht völlig egal sein.
Live sehen
Einige Termine auf einen Blick.
Termine und Verfügbarkeiten können sich ändern. Auf der jeweiligen Eventseite findest du den aktuellen Stand und die Ticketinformationen.
Und jetzt seid ihr dran
Wer fehlt?
Das waren unsere fünf. Zumindest im Moment – solche Listen haben schließlich die unangenehme Eigenschaft, nie wirklich fertig zu sein.
Wen sollten wir uns unbedingt ansehen? Und bei wem habt ihr zuletzt so gelacht, dass der Abend am nächsten Morgen noch wehgetan hat?
Bis wir unsere Liste erweitern, findet ihr bei uns weitere Comedy-, Kabarett- und Poetry-Termine. Vielleicht ist euer nächster persönlicher Liebling ja schon dabei.
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